SNF-Zusprache für das Projekt „Reading Right. Literature, Education, and Far-Right Activism"

Prof. Nicola Gess wird für ihr Projekt „Reading Right. Literature, Education, and Far-Right Activism" vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) gefördert.

Leitung: Prof. Dr. Nicola Gess (Universität Basel, Leading House), Prof. Dr. Katharina Gerund (Universität Zürich)

“I’m a big Lord of the Rings guy, and […] a lot of my conservative worldview was influenced by Tolkien growing up,” erklärte der US-Vizepräsident J. D. Vance, Autor von Hillbilly Elegy, 2021 in einem Interview. Diese Verflechtung von literarischer Imagination und politischer Orientierung ist keineswegs auf die Vereinigten Staaten beschränkt. Auch in Deutschland haben Akteure der Neuen Rechten seit Langem Tolkien ebenso wie eine Vielzahl weiterer Autorinnen und Autoren – von Kleist bisKracht – instrumentalisiert. Verlage wie Antaios, Jungeuropa Verlag oder Manuscriptum, oder in den USA politische Organisationen wie Moms for Liberty oder Gegeninstitutionen wie Prager University, fungieren dabei als Zentren rechtsgerichteter Kulturarbeit: Sie vertreiben nicht nur Texte, sondern veranstalten auch Seminare, rahmen Lektürepraktiken, empfehlen gezielt bestimmte Werke und betten Literatur in umfassendere Kontexte der (Gegen-)Bildung und Erziehung ein. Auf beiden Seiten des Atlantiks wird Literatur derzeit massiv zur Identitätsbildung und ideologischen Schulung mobilisiert – als Bestandteil einer gramscianisch inspirierten metapolitischen Strategie, die auf kulturelle Hegemonie und die Herausbildung von Gegenöffentlichkeiten abzielt. Das auf vier Jahre angelegte SNF-Forschungsprojekt «Reading Right. Literature, Education, and Far-Right Activism» untersucht diese literaturpolitischen Praktiken der Neuen Rechten in Deutschland und den Vereinigten Staaten in Kontexten von Bildung und Erziehung. Neben Prof. Nicola Gess (Projektleitung, Germanistik, Basel) sind Prof. Katharina Gerund (Projektleitung, Amerikanistik, Zürich) und Erika Thomalla (Projektpartnerin, Buchwissenschaft, LMU München) an dem Projekt beteiligt.  

 

Nach oben