Ort: Kollegienhaus, Hörsaal 118

Die Angewandte Gesprächsforschung hat zum Ziel, linguistische Ergebnisse für die untersuchten Praxisfelder fruchtbar zu machen. Dazu
sind etwa seit den 1990er Jahren Überlegungen dazu angestellt worden, wie man angewandte Forschung durchführt. Solche
Überlegungen beinhalten Fragen dazu, was Angewandte Gesprächsforschung ausmacht (u.a. Fiehler/Sucharowski 1992,
Brünner/Fiehler/Kind 2002, Antaki 2011) und was „Anwendung“ genau bedeutet. Sie beinhalten aber vor allem auch methodische Fragen
der Analyse und Vermittlung von Ergebnissen.
Methodisch arbeitet die Angewandten Gesprächsforschung zwar grundsätzlich mit denselben Verfahren, wie die klassischen
Gesprächsforschung, also mit Analysen authentischer Gesprächsaufnahmen und deren Transkripte (u.a. Deppermann 2008, Birkner e t al.
2020). Darüber hinaus sind aber immer auch Bewertungen von Gesprächen eine zentrale Frage. Lange lag hier der Fokus auf der Analyse
kommunikativer Probleme (Fiehler 2002, Fiehler et al. 2002). Neuere Ansätze versuchen auch, Gelingen in Gesprächen methodisch
abgesichert zu untersuchen (Menz et al. 2008, Sikveland et al. 2026, 2020, Brünner/Pick 2020, Bendel Larcher/Pick 2023).
Auch Überlegungen zur Vermittlung und Didaktisierung von linguistischen Ergebnissen in die Praxis, z.B. in Form von Trainings oder
Weiterbildungen, sind Gegenstand der Angewandten Gesprächsforschung (Meer/Spiegel 2009, Fiehler 2012).
Im Vortrag wird die Angewandte Gesprächsforschung in ihren Anliegen, Entwicklungen und Methoden vorgestellt und anhand von
Beispielen illustriert.
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