Veranstaltung:

29 Apr. 2026
Zeit: 16:15  - 18:00

Ort: Kollegienhaus, Hörsaal 118

Öffentliche Veranstaltung, Gastvorlesung / Vortrag

"Angewandte Gesprächsforschung: Historische Entwicklung, Vorgehensweisen und Beispiele"

Gastvortrag von Prof. Dr. Ina Pick (Universität Bielefeld) im Rahmen der Vorlesung "Gesprächsanalyse" von Prof. Dr. Martin Luginbühl

Gastvortrag IP

Die Angewandte Gesprächsforschung hat zum Ziel, linguistische Ergebnisse für die untersuchten Praxisfelder fruchtbar zu machen. Dazu

sind etwa seit den 1990er Jahren Überlegungen dazu angestellt worden, wie man angewandte Forschung durchführt. Solche

Überlegungen beinhalten Fragen dazu, was Angewandte Gesprächsforschung ausmacht (u.a. Fiehler/Sucharowski 1992,

Brünner/Fiehler/Kind 2002, Antaki 2011) und was „Anwendung“ genau bedeutet. Sie beinhalten aber vor allem auch methodische Fragen

der Analyse und Vermittlung von Ergebnissen.

Methodisch arbeitet die Angewandten Gesprächsforschung zwar grundsätzlich mit denselben Verfahren, wie die klassischen

Gesprächsforschung, also mit Analysen authentischer Gesprächsaufnahmen und deren Transkripte (u.a. Deppermann 2008, Birkner e t al.

2020). Darüber hinaus sind aber immer auch Bewertungen von Gesprächen eine zentrale Frage. Lange lag hier der Fokus auf der Analyse

kommunikativer Probleme (Fiehler 2002, Fiehler et al. 2002). Neuere Ansätze versuchen auch, Gelingen in Gesprächen methodisch

abgesichert zu untersuchen (Menz et al. 2008, Sikveland et al. 2026, 2020, Brünner/Pick 2020, Bendel Larcher/Pick 2023).

Auch Überlegungen zur Vermittlung und Didaktisierung von linguistischen Ergebnissen in die Praxis, z.B. in Form von Trainings oder

Weiterbildungen, sind Gegenstand der Angewandten Gesprächsforschung (Meer/Spiegel 2009, Fiehler 2012).

Im Vortrag wird die Angewandte Gesprächsforschung in ihren Anliegen, Entwicklungen und Methoden vorgestellt und anhand von

Beispielen illustriert.


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