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SUMMARY:"Theoretischer Fundamentalismus. Giorgio Agamben und Pierre Legendr
 e\, betrachtet mit Friedrich Nietzsche"
DESCRIPTION:Ob Corona- oder Klimakrise – die großen gesellschaftlichen D
 ebatten der Gegenwart kreisen um den Status der Wirklichkeit. Ein fundamen
 taler Zweifel\, der unhinterfragte Tatsachenwahrheiten destabilisieren mö
 chte\, wird zu einem Instrument „postfaktischer“ Politik. Die interdis
 ziplinäre Ringvorlesung versucht sich der hartnäckigen\, teils verstöre
 nden\, teils belustigenden Behauptung „alternativer Tatsachen“ aus unt
 erschiedlichen disziplinären Perspektiven anzunähern. Neben sozialwissen
 schaftlichen Ansätzen\, die sich mit den gesellschaftlichen Folgen und de
 n politischen Verwerfungen von Falschnachrichten und Verschwörungstheorie
 n beschäftigen\, sind es literaturwissenschaftliche und philosophische Fr
 agestellungen\, die vor diesem Hintergrund eine gesellschaftsdiagnostische
  Kraft entwickeln: Was ist Fakt? Was ist Fiktion? Gibt es überhaupt eine 
 klare Trennlinie zwischen beiden? Und wenn ja\, wie wird diese narrativ ko
 nstruiert? Die Ringvorlesung gliedert sich in drei Teilbereiche\, um diese
  Fragen mit hiesigen und internationalen Expertinnen und Experten zu bearb
 eiten. Erstens diskutiert sie die Beschaffenheit und die Ausformungen eine
 r "postfaktischen Rhetorik". Im Fokus stehen hier das epistemische Gefüge
  von Wissensordnungen\, spezifische Instrumente wie etwa Halbwahrheiten\, 
 Gerüchte\, „Bullshit“\, aber auch die Debatte\, ob und inwiefern „d
 ie Postmoderne“ mit ihrer subversiven Infragestellung von Wissen und Gew
 issheit zur Konjunktur des Postfaktischen beigetragen hat. Zweitens widmet
  sich die Ringvorlesung "Konspirationserzählungen". Konspirative Narrativ
 e wie z.B. Verschwörungstheorien erfordern eine Untersuchung dessen\, wie
  das Fiktive im faktualen Erzählen heimisch wird\; und wie Geschichten\, 
 die eigentlich zu unglaublich sind\, um wahr sein zu können\, oder aber g
 erade umgekehrt eine Glaubwürdigkeit liefern\, die einer überkomplexen R
 ealität abgeht\, an Popularität gewinnen. Drittens widmet sich die Ringv
 orlesung literarischen Verfahren\, die "zwischen Fakt und Fiktion" oszilli
 eren. Während in politische Diskurse das Fiktive einwandert und als Bedro
 hung des sozialen Zusammenhaltes wahrgenommen wird\, scheint es in der Geg
 enwartsliteratur umgekehrt zu sein: Der Reiz des Faktischen\, des Genres d
 er Autofiktion oder der Dokufiktion sind ungebrochen. Diese Textsorten\, d
 ie sich unverhohlen auf die Wirklichkeit beziehen\, stellen narrative Erze
 ugungsweisen von Fakt und Fiktion aus\, und können als ästhetische Bearb
 eitung einer Wirklichkeitserfahrung gelesen werden\, in der eben diese Dic
 hotomie umkämpft ist.
X-ALT-DESC:<p>Ob Corona- oder Klimakrise – die großen gesellschaftlichen
  Debatten der Gegenwart kreisen um den Status der Wirklichkeit. Ein fundam
 entaler Zweifel\, der unhinterfragte Tatsachenwahrheiten destabilisieren m
 öchte\, wird zu einem Instrument „postfaktischer“ Politik. Die interd
 isziplinäre Ringvorlesung versucht sich der hartnäckigen\, teils verstö
 renden\, teils belustigenden Behauptung „alternativer Tatsachen“ aus u
 nterschiedlichen disziplinären Perspektiven anzunähern. Neben sozialwiss
 enschaftlichen Ansätzen\, die sich mit den gesellschaftlichen Folgen und 
 den politischen Verwerfungen von Falschnachrichten und Verschwörungstheor
 ien beschäftigen\, sind es literaturwissenschaftliche und philosophische 
 Fragestellungen\, die vor diesem Hintergrund eine gesellschaftsdiagnostisc
 he Kraft entwickeln: Was ist Fakt? Was ist Fiktion? Gibt es überhaupt ein
 e klare Trennlinie zwischen beiden? Und wenn ja\, wie wird diese narrativ 
 konstruiert? Die Ringvorlesung gliedert sich in drei Teilbereiche\, um die
 se Fragen mit hiesigen und internationalen Expertinnen und Experten zu bea
 rbeiten. Erstens diskutiert sie die Beschaffenheit und die Ausformungen ei
 ner "postfaktischen Rhetorik". Im Fokus stehen hier das epistemische Gefü
 ge von Wissensordnungen\, spezifische Instrumente wie etwa Halbwahrheiten\
 , Gerüchte\, „Bullshit“\, aber auch die Debatte\, ob und inwiefern 
 „die Postmoderne“ mit ihrer subversiven Infragestellung von Wissen und
  Gewissheit zur Konjunktur des Postfaktischen beigetragen hat. Zweitens wi
 dmet sich die Ringvorlesung "Konspirationserzählungen". Konspirative Narr
 ative wie z.B. Verschwörungstheorien erfordern eine Untersuchung dessen\,
  wie das Fiktive im faktualen Erzählen heimisch wird\; und wie Geschichte
 n\, die eigentlich zu unglaublich sind\, um wahr sein zu können\, oder ab
 er gerade umgekehrt eine Glaubwürdigkeit liefern\, die einer überkomplex
 en Realität abgeht\, an Popularität gewinnen. Drittens widmet sich die R
 ingvorlesung literarischen Verfahren\, die "zwischen Fakt und Fiktion" osz
 illieren. Während in politische Diskurse das Fiktive einwandert und als B
 edrohung des sozialen Zusammenhaltes wahrgenommen wird\, scheint es in der
  Gegenwartsliteratur umgekehrt zu sein: Der Reiz des Faktischen\, des Genr
 es der Autofiktion oder der Dokufiktion sind ungebrochen. Diese Textsorten
 \, die sich unverhohlen auf die Wirklichkeit beziehen\, stellen narrative 
 Erzeugungsweisen von Fakt und Fiktion aus\, und können als ästhetische B
 earbeitung einer Wirklichkeitserfahrung gelesen werden\, in der eben diese
  Dichotomie umkämpft ist.</p>
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