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SUMMARY:«Gletscher-Protokolle. Literatur an der Klimakante»
DESCRIPTION:Gletscher verbinden zwei sehr unterschiedliche Zeitdimensionen:
  Ihr Wachsen und Schwinden vollzieht sich in der Regel über Jahrhunderte 
 und Jahrtausende und entzieht sich damit der unmittelbaren menschlichen Er
 fahrung. Zugleich schwindet das Eis heute so rasch\, dass sich der Rückzu
 g eines einzelnen Gletschers innerhalb eines Menschenlebens verfolgen läs
 st. In der Literatur erschienen Gletscher lange als dauerhafte Bestandteil
 e der Landschaft. Sie spielten eine zentrale Rolle in nationalen Mythologi
 en und dienten als Flucht- und Orientierungspunkte volkskundlichen Wissens
 . Wer heute über Gletscher schreibt\, schreibt dagegen fast zwangsläufig
  auch über ihr Verschwinden. Seit Beginn der Industrialisierung haben die
  Alpengletscher zwei Drittel ihres Volumens verloren\, den grössten Teil 
 davon in den vergangenen Jahrzehnten.\\r\\n\\r\\nDer Workshop «Gletscher-
 Protokolle. Literatur an der Klimakante» an der Universität Basel fragt 
 danach\, wie der gegenwärtige Gletscherschwund wissenschaftlich dokumenti
 ert\, literarisch erzählt und künstlerisch erfahrbar gemacht wird. Im Mi
 ttelpunkt steht das Verhältnis der unterschiedlichen Zugänge zum verschw
 indenden Eis: naturwissenschaftliche Messungen und Aufzeichnungen einersei
 ts sowie literarische Texte\, kulturgeschichtliche Deutungen und künstler
 ische Arbeiten andererseits. Es sprechen Anne-Sophie Balzer über die Frag
 e\, wie man sich mit einem Gletscher befreundet\, Simon Probst über Erinn
 erungskultur in der Klimakrise\, Jann Duri Bantli (Universität Luzern) ü
 ber die Vermenschlichung hochalpinen Eises in den Gletscherschutzprojekten
  des Bernina-Gebiets\, Saadia Mirza (Paris) über eine Phänomenologie von
  Eisbergkollisionen\, Jonas Frick (Institut Kulturen der Alpen) über das 
 Verschwinden des Schnees in der Gegenwartsliteratur sowie Boris Previšić
  (Universität Luzern) über Blatten.\\r\\n\\r\\nAm Abend wird das Gesprä
 ch über Gletscher-Protokolle im Literaturhaus Basel mit einer Lesung von 
 Anne-Sophie Balzer und Simon Probst fortgeführt. In ihren im Herbst ersch
 ienenen Büchern Die Gletscher schmelzen\, während wir uns verlieben (Auf
 bau) und Gletscher beerdigen (Matthes & Seitz) nähern sich die beiden Aut
 or:innen dem Gletscherschwund aus unterschiedlichen Perspektiven. Balzer v
 erbindet eigene Erfahrungen im Hochgebirge mit Erkenntnissen aus der Glazi
 ologie\, der Literatur- und Kulturgeschichte und zeigt auf\, wie sich die 
 Wahrnehmung und Darstellung von Gletschern im Laufe der Jahrhunderte verä
 ndert haben. Probst wiederum nimmt Gletscherbeerdigungen und andere Formen
  ökologischen Gedenkens zum Ausgangspunkt\, um der Frage nachzugehen\, wi
 e sich um den Verlust nichtmenschlicher Lebenswelten trauern lässt. Im vo
 n Céline Burget moderierten Gespräch «Wo ist das Eis?» geht es darum\,
  was mit den Gletschern auch an Vorstellungen\, Bildern und Geschichten ve
 rschwindet – und wie sich von einem Verlust erzählen lässt\, der nicht
  erst bevorsteht\, sondern sich bereits vollzieht.
X-ALT-DESC:<p>Gletscher verbinden zwei sehr unterschiedliche Zeitdimensione
 n: Ihr Wachsen und Schwinden vollzieht sich in der Regel über Jahrhundert
 e und Jahrtausende und entzieht sich damit der unmittelbaren menschlichen 
 Erfahrung. Zugleich schwindet das Eis heute so rasch\, dass sich der Rück
 zug eines einzelnen Gletschers innerhalb eines Menschenlebens verfolgen l
 ässt. In der Literatur erschienen Gletscher lange als dauerhafte Bestandt
 eile der Landschaft. Sie spielten eine zentrale Rolle in nationalen Mythol
 ogien und dienten als Flucht- und Orientierungspunkte volkskundlichen Wiss
 ens. Wer heute über Gletscher schreibt\, schreibt dagegen fast zwangsläu
 fig auch über ihr Verschwinden. Seit Beginn der Industrialisierung haben 
 die Alpengletscher zwei Drittel ihres Volumens verloren\, den grössten Te
 il davon in den vergangenen Jahrzehnten.</p>\n\n<p>Der Workshop «Gletsche
 r-Protokolle. Literatur an der Klimakante» an der Universität Basel frag
 t danach\, wie der gegenwärtige Gletscherschwund wissenschaftlich dokumen
 tiert\, literarisch erzählt und künstlerisch erfahrbar gemacht wird. Im 
 Mittelpunkt steht das Verhältnis der unterschiedlichen Zugänge zum versc
 hwindenden Eis: naturwissenschaftliche Messungen und Aufzeichnungen einers
 eits sowie literarische Texte\, kulturgeschichtliche Deutungen und künstl
 erische Arbeiten andererseits. Es sprechen Anne-Sophie Balzer über die Fr
 age\, wie man sich mit einem Gletscher befreundet\, Simon Probst über Eri
 nnerungskultur in der Klimakrise\, Jann Duri Bantli (Universität Luzern) 
 über die Vermenschlichung hochalpinen Eises in den Gletscherschutzprojekt
 en des Bernina-Gebiets\, Saadia Mirza (Paris) über eine Phänomenologie v
 on Eisbergkollisionen\, Jonas Frick (Institut Kulturen der Alpen) über da
 s Verschwinden des Schnees in der Gegenwartsliteratur sowie Boris Previši
 ć (Universität Luzern) über Blatten.</p>\n\n<p>Am Abend wird das Gespr
 äch über Gletscher-Protokolle im Literaturhaus Basel mit einer Lesung vo
 n Anne-Sophie Balzer und Simon Probst fortgeführt. In ihren im Herbst ers
 chienenen Büchern Die Gletscher schmelzen\, während wir uns verlieben (A
 ufbau) und Gletscher beerdigen (Matthes &amp\; Seitz) nähern sich die bei
 den Autor:innen dem Gletscherschwund aus unterschiedlichen Perspektiven. B
 alzer verbindet eigene Erfahrungen im Hochgebirge mit Erkenntnissen aus de
 r Glaziologie\, der Literatur- und Kulturgeschichte und zeigt auf\, wie si
 ch die Wahrnehmung und Darstellung von Gletschern im Laufe der Jahrhundert
 e verändert haben. Probst wiederum nimmt Gletscherbeerdigungen und andere
  Formen ökologischen Gedenkens zum Ausgangspunkt\, um der Frage nachzugeh
 en\, wie sich um den Verlust nichtmenschlicher Lebenswelten trauern lässt
 . Im von Céline Burget moderierten Gespräch «Wo ist das Eis?» geht es 
 darum\, was mit den Gletschern auch an Vorstellungen\, Bildern und Geschic
 hten verschwindet – und wie sich von einem Verlust erzählen lässt\, de
 r nicht erst bevorsteht\, sondern sich bereits vollzieht.</p>
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