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Heinrich Löffler zum 80. Geburtstag

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Heinrich Löffler

Heinrich Löffler führt auch im Ruhestand mit der Edition von Johann Jakob Sprengs „Glossarium“ sein reiches sprachwissenschaftliches Schaffen fort.


Am 19. November feiert Heinrich Löffler, von 1975 bis 2004 Professor für Deutsche Philologie an der Universität Basel, seinen 80. Geburtstag. Nach den Schulen in Konstanz studierte Löffler in Freiburg i.B. und Kiel Germanistik, Latein und Philosophie. Nach seiner Berufung an die Universität Basel engagierte er sich für die Umstrukturierung und Modernisierung seines Fachs, der deutschen Sprachwissenschaft. Ursprünglich Namenforscher und Dialektologe, machte er sich bald auch als Sozio- und Medienlinguist einen Namen. Seine Einführungswerke haben Generationen von Germanistikstudentinnen und -studenten in das Fach eingeführt, seine über 250 Publikationen zeugen von der enormen Vielfalt seiner Interessen und Beschlagenheit. Zahlreiche Rezensionen – für viele Wissenschaftler eine Pflicht-Textsorte, deren Wirkung für die Qualitätssicherung und für die Entfaltung eines Fachs aber nicht unterschätzt werden darf – zeigen, wie Heinrich Löffler seine Schaffenskraft im Interesse der ganzen Forschungsgemeinschaft und seines Fachs einsetzt. Dekan der Philosophischen Fakultät, Aufsichtsratspräsident von Telebasel, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des Instituts für Deutsche Sprache in Mannheim – dies sind nur einige von vielen Funktionen, die Heinrich Löffler in seinem Engagement für die Universität, für die Region Basel und für die internationale fachliche Ausstrahlung innehatte. 2006 wurde er mit dem Konrad-Duden-Preis der Stadt Mannheim geehrt, einer Auszeichnung für Germanisten, die sich um die deutsche Sprache besonders verdient gemacht haben. Seinen wissenschaftlichen Nachwuchs hat er nicht nur konstruktiv durch die Promotions- und Habilitationszeit begleitet, ohne bestimmte Schulen oder Meinungen vorzugeben, sondern er ist seinen Absolventen auch nach ihrer Qualifikation in verschiedenen beruflichen Lebenslagen wenn nötig mit wertvollen Ratschlägen zur Seite gestanden.

Heiner Löffler, wie er sich als Privatmann nennt, ist ein begeisterter Nautiker, sei es auf dem Bodensee, dem Rhein oder auf Kreuzfahrten. Während zehn Jahren betreute er ein Segelboot einer Behinderten-Organisation und unterstützte deren Ausflüge als Skipper. In Romanshorn, wo er sich nach seiner Emeritierung niederliess, engagierte er sich nachhaltig für die Gestaltung des Hafenareals sowie als Chorsänger oder Konzertveranstalter für klassische Musik.

Zurzeit arbeitet Heinrich Löffler zusammen mit seiner Frau Suzanne de Roche und weiteren Fachkollegen intensiv an der Edition von Johann Jakob Sprengs „Glossarium der deutschen Sprache“. Mit über 95'000 Einträgen hätte es das grösste Wörterbuch des 18. Jahrhunderts werden können – wenn es denn gedruckt worden wäre. In enger Zusammenarbeit mit der Universitätsbibliothek Basel konnten bereits wichtige Etappenziele erreicht werden Dazu gehört die Reinigung und Digitalisierung der Zettel mit einzelnen Worteinträgen, die Spreng eigenhändig angelegt und bereits alphabetisiert hatte. Die Entdeckung, dass die Zettel für sämtliche Bände nicht unvollständig sind, wie man bis vor kurzem angenommen hatte, sondern vollständig vorliegen, ist Heinrich Löffler zu verdanken. Somit kann die Basler Germanistik auch noch viele Jahre nach Heinrich Löfflers Emeritierung von seinem philologischen Spürsinn profitieren.

Regula Schmidlin, Freiburg

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